Spinell: Der schönste Edelstein, den kaum jemand kennt

Spinell wurde jahrhundertelang mit dem Rubin verwechselt – heute wird er als eigenständiger Edelstein hoch geschätzt. Spinell ist ein Geheimtipp unter den Farbedelsteinen (zumindest bei uns in Europa).

Im Londoner Tower of London liegt eine der berühmtesten Kronjuwelen der Welt: der „Black Prince’s Ruby“ – ein 170 Carat schwerer Stein, der seit Jahrhunderten als Rubin gilt, aber keiner ist. Es ist ein Spinell. Das ist kein Einzelfall, denn auch der „Timur Ruby“ und zahlreiche andere Steine europäischer Königshäuser, die jahrhundertelang als Rubine gehandelt wurden, entpuppten sich später als Spinelle.

Diese Verwechslung ist kein Zufall, oder ein Makel, sondern zeigt auf, wie ähnlich sich Rubin und Spinell sein können. Dazukommt, dass man früher einfach nicht in der Lage war, diese Edelsteine mineralogisch zu unterscheiden. Diese Zeiten haben sich geändert. –

Was ist ein Spinell?

Spinell ist ein eigenständiges Mineral und chemisch völlig verschieden zu Korund. Rubin ist roter Korund und entsteht in ähnlichen geologischen Umgebungen. Das bedeutet, dass Rubin und Spinell oft gemeinsam vorkommen.

Die Härte von Spinell liegt bei 8 auf der Mohs-Skala, damit eignet er sich auch hervorragend zur Verarbeitung in Schmuckstücke jeder Art, egal ob Anhänger, Armband oder Ring.  Zudem hat er eine Eigenschaft, die ihn unter Gemmologen besonders beliebt macht: Er ist fast immer unbehandelt. Während der Markt für Rubine und Saphire von Erhitzung dominiert wird, ist das bei Spinell (noch) nicht so extrem. Ein extra Pluspunkt: Spinell ist einfach lichtbrechend und hat damit ein starkes Funkeln und Glänzen.

Farben: Mehr als nur Rot

Obwohl wir in den ersten beiden Absätzen nur darüber geredet haben, dass er mit dem Rubin verwechselt wurde, bedeutet das nicht, dass Spinell immer Rot ist. Spinell ist einer jener Edelsteine, die in nahezu allen Farben vorkommt.

Rot und Pink: Die klassischen Spinellfarben, die einst mit Rubin verwechselt wurden. Besonders begehrt sind Mahenge Spinelle und Jedi Spinell.

Blau: Kobaltblauer Spinell gehört zu den seltensten Edelsteinen überhaupt. Zudem kann dieser Stein auch Farbwechselnd sein, auch also von einem blauen Edelstein bei Tag in einen violetten bei Nacht entwickeln.

Orange und Violett: Seltene, begehrte Farbvarianten für Sammler und Menschen, die das Ausgefallene suchen.

Schwarz: Tief, samtig, undurchsichtig. Schwarzer Spinell wird oft in der modernen Schmuckgestaltung eingesetzt und wirkt elegant und zeitlos.

Warum Spinell jetzt interessant ist

Spinell ist einer der hochwertigen Edelsteine, der am Markt noch verhältnismäßig unterbewertet ist, vor allem im Vergleich mit Rubinen und Saphiren ähnlicher Qualität. Das ändert sich gerade. Auktionshäuser wie Sotheby’s und Christie’s erzielen für feine Spinelle zunehmend Rekordpreise, und das Interesse von Sammlern und Investoren wächst stetig. Während Spinell in Asien und Amerika schon hochgeschätzt werden, braucht hier der europäische Markt wohl etwas mehr Zeit.

Dazu kommt: Spinell ist fast ausnahmslos unbehandelt. In einem Markt, in dem über 90 % aller Rubine und Saphire erhitzt sind, ist das ein außerordentlicher Vorteil, für Sammler, Investoren und alle, die das Original dem Optimierten vorziehen.

Spinelle sind wunderschöne Edelsteine, mit so viel verschiedenen Ausprägungen, dass wirklich für jeden etwas dabei ist. Menschen, die im August geboren sind, dürfen diesen wundervollen Edelstein als ihren Geburtsstein hochschätzen.

Wer dem Spinell jetzt schon die Aufmerksamkeit gibt, die er sich in den nächsten Jahren sowieso holen wird, hat heute noch Chancen auf gute Preise, die in den nächsten Jahren noch stärker anziehen werden.

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